Georges M. Cantacuzino (1899-1960) war ein Weltbürger aus altem rumänischem Adel. In Wien geboren, wächst er mit Rumänisch, Französisch und Deutsch auf; er arbeitet als Steinmetz, studiert in Paris Architektur, begeistert sich für Palladio, Goethe und Valéry und lässt sich von der Groupe des Architectes Modernes um Auguste Perret anregen. Er schreibt, malt, wird Korrespondent der L'Architecture d'Aujourd'hui (als der berühmte Berliner Architekturhistoriker Julius Posener dort Sekretär war), Hon…
Georges M. Cantacuzino (1899-1960) war ein Weltbürger aus altem rumänischem Adel. In Wien geboren, wächst er mit Rumänisch, Französisch und Deutsch auf; er arbeitet als Steinmetz, studiert in Paris Architektur, begeistert sich für Palladio, Goethe und Valéry und lässt sich von der Groupe des Architectes Modernes um Auguste Perret anregen. Er schreibt, malt, wird Korrespondent der L'Architecture d'Aujourd'hui (als der berühmte Berliner Architekturhistoriker Julius Posener dort Sekretär war), Honorary Corresponding Member des Royal Institute of British Architects und Ehrenbürger von New York. Zeitlebens macht er liberale Politik - gegen die faschistische Eiserne Garde in Rumänien ebenso wie nach 1945 gegen den Kommunismus.
Cantacuzino wurde durch seine klassische Haltung zum Doyen und zur integrativen Figur der Architekturmoderne in Rumänien. Angesichts jener Zeit der Extreme erscheint seine intellektuelle Redlichkeit ebenso bemerkenswert wie sein Plädoyer für die Verknüpfung von Tradition und Moderne. Cantacuzino sieht sie vor allem in Andrea Palladio verkörpert. Gern und häufig war er Gast in der Villa Foscari, jenem Meisterwerk des Vicentiner Baumeisters an der Brenta und ihres moveable feast der 1930er Jahre.
Bei einem seiner Besuche in der Villa Foscari fragt der rumänische Architekt: "Vor der schlichten und reinen Fassade der Malcontenta - könnten wir nicht in allem zustimmen? Könnten wir dem, was uns dieses Haus mitzuteilen scheint, nicht vertrauen, aufrichtig und ohne Hintergedanken? Ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen Wissen und Empfindung."
Diese Worte erscheinen heute genauso frisch und aktuell wie 1928, als Cantacuzino sie in seinem Essay über Palladio schrieb. Die vorliegende Ausgabe bietet die erste kommentierte Übertragung ins Englische des zu Unrecht vergessenen Kleinods der Palladio-Literatur. Wir planen absehbar eine deutsche Ausgabe.
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Georges M. Cantacuzino (1899-1960) war ein Weltbürger aus altem rumänischem Adel. In Wien geboren, wächst er mit Rumänisch, Französisch und Deutsch auf; er arbeitet als Steinmetz, studiert in Paris Architektur, begeistert sich für Palladio, Goethe und Valéry und lässt sich von der Groupe des Architectes Modernes um Auguste Perret anregen. Er schreibt, malt, wird Korrespondent der L'Architecture d'Aujourd'hui (als der berühmte Berliner Architekturhistoriker Julius Posener dort Sekretär war), Honorary Corresponding Member des Royal Institute of British Architects und Ehrenbürger von New York. Zeitlebens macht er liberale Politik - gegen die faschistische Eiserne Garde in Rumänien ebenso wie nach 1945 gegen den Kommunismus.
Cantacuzino wurde durch seine klassische Haltung zum Doyen und zur integrativen Figur der Architekturmoderne in Rumänien. Angesichts jener Zeit der Extreme erscheint seine intellektuelle Redlichkeit ebenso bemerkenswert wie sein Plädoyer für die Verknüpfung von Tradition und Moderne. Cantacuzino sieht sie vor allem in Andrea Palladio verkörpert. Gern und häufig war er Gast in der Villa Foscari, jenem Meisterwerk des Vicentiner Baumeisters an der Brenta und ihres moveable feast der 1930er Jahre.
Bei einem seiner Besuche in der Villa Foscari fragt der rumänische Architekt: "Vor der schlichten und reinen Fassade der Malcontenta - könnten wir nicht in allem zustimmen? Könnten wir dem, was uns dieses Haus mitzuteilen scheint, nicht vertrauen, aufrichtig und ohne Hintergedanken? Ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen Wissen und Empfindung."
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